Montagsfrage vom 18. Dezember 2017

18 Dezember 2017


Buch abbrechen oder durchhalten?

In den seltensten Fällen breche ich Bücher tatsächlich ab. Pauschal kann ich es auch nicht auf den Punkt bringen, wann ich ein Buch abrechen würde, schließlich spielen da mehrere Elemente eine Rolle, um diese Entscheidung zu treffen.

Beispielsweise spielen Charakterzeichnungen für mich persönlich eine große Rolle, um das literarische Wohlbefinden zu empfinden, und doch kann die Handlung dennoch mitreißend und spannend sein. Nur ein Gesamtpaket aus literarischen Unstimmigkeiten könnte mich dazu veranlassen ein Buch endgültig zuzuklappen und das geschieht niemals leichtfertig, denn ich wertschätze die Arbeit eines jeden Autors.


Die letzten abgebrochenen Bücher sind das Haus der Granatäpfel von Lydia Conradi und Veit Etzolds Tränenbringer.

Das Haus der Granatäpfel hat mich zu Tode gelangweilt. Zwar waren die Charakterzeichnungen durchaus gelungen und interessant, doch die Langatmigkeit der Geschichte und das Verlieren in tausenden unwichtigen Nebensächlichkeiten vertrieb mir jeden Lesespaß. Nach etwa der Hälfte habe ich es dann beendet.

In der Tränenbringer ging Veit Etzold in seiner Ausdrucksweise immer wieder einen Schritt zu weit in Richtung Perversion. Schade eigentlich, denn der Autor wäre literarisch intelligent in der Lage, auf einen abartigen Wortschatz verzichten zu können. Als absolute Thiller-Liebhaberin, bin ich blutige Storys gewohnt und so schnell schreckt mich gar nichts ab, aber Perversion und übertrieben inszenierter Ekel auf jeder Seite geht auch mir zu weit.

Ich bin sehr gespannt, wie ihr mit dem Nichtgefallen eines Buchs umgeht und freue mich sehr auf eure Kommentare.

Herzlichst,


Anja

Kommentare:

  1. Hey Anja,

    den Fall von Veit Etzold kann ich voll und ganz nachvollziehen, weil mir etwas ähnliches dieses Jahr ebenfalls passiert ist. Ich habe mich in die Hardcore-Ecke gewagt und musste feststellen, dass ich das entsprechende Buch einfach unterirdisch fand, weil es Gewalt um der Gewalt willen darstellte und die Leser_innen möglichst heftig schockieren sollte. Von literarischer Finesse keine Spur. Aber ausgelesen habe ich es trotzdem. Ich breche eben nicht ab, komme was wolle. :)

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Viele liebe Grüße,
    Elli

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    1. Liebe Elli,

      genau das ist es, Gewalt oder Perversität um jeden Preis ohne literarisches Geschick verpackt. Tapfer, wenn du es trotzdem zu Ende gelesen hast. Bei mir war das Fass übergelaufen.

      Liebe Grüße

      Anja

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  2. Hallo^^

    Genau das Gleiche hatte ich bei "Feuchtgebiete" - es war einfach nur eine Aneinanderreihung an Perversionen, extrem ekligen Dingen und Gossensprache. Habe ich mir auch nicht lange gegeben.

    Lg,
    Kira

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    1. Liebe Kira,

      allein der Titel reichte mir schon, als das Buch erschienen ist. Schreckliches Kopfkino ;-), da verzichte ich so gern drauf.

      Liebe Grüße

      Anja

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  3. Hallo liebe Anja,
    bei mir ist es so, dass es darauf ankommt wie weit ich mit dem Buch bin. Wenn ich nur noch ein paar Seiten vor mir habe, dann beende ich es schon. Bin ich aber noch nicht einmal bei der Hälfte der Geschichte angelangt, und es gefällt mir gar nicht, dann breche ich ab. Für mich ist das ein Hobby und daher quäle ich mich nicht durch etwas hindurch, was mir nicht zusagt.
    Selten kommt es aber wirklich dazu, dass ich das Buch abbreche.
    Ich hatte bisher Glück, oder auch, weil ich Bücher vorher anlese- wenn mir in den ersten 2-3 Seiten der Schreibstil gefällt ist es meistens gar nicht soooo übel:)
    Lg.
    Andrea

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    1. Liebe Andrea,

      ich finde es auch so schade, ein Buch abzubrechen, aber manchmal passt es eben gar nicht, dann lege ich es aber nur schweren Herzens zur Seite.

      Liebe Grüße

      Anja

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  4. Liebe Anja,

    ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt ein Buch abgebrochen habe. Ich denke, jedes Buch hat es verdient zu Ende gelesen zu werden. Und ich kann meinen Lesegeschmack gut einschätzen, so dass kaum Gefahr besteht, dass mir ein Buch so gar nicht gefällt.

    Hab noch eine gute Woche!

    Liebe Grüße
    Conny

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    1. Liebe Conny,

      ich darf mich ebenso glücklich schätzen, das richtige Händchen für die Buchauswahl zu besitzen.

      Liebe Grüße

      Anja

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  5. Auch bei mir muss schon viel zusammenkommen, damit ich ein Buch tatsächlich nicht zu Ende lese. Ich denke mir eben doch oft, dass ich was verpasse, wenn ich es vorzeitig weglege, auch wenn es mich langweilt oder nervt.

    Wenn man sich aber nur noch durch das Buch quält, dann gibt es wirklich keinen Grund, seine Lesezeit damit zu verschwenden. Schließlich ist das unser Hobby und soll in erster Linie Spaß machen.

    LG Gabi

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    1. Das Gefühl etwas verpassen zu können, hegt mich dann auch immer ,-). Für mich wichtig finde ich, dass man auch abgebrochene Bücher sachlich rezensiert.

      Liebe Grüße

      Anja

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  6. Guten Abend Anja
    Ich lese die Bücher wo mir nicht gefallen schon durch. Weil möchte gerne wissen wie die Story aus geht. Manchmal mache ich auch ich lege das Buch auf die Seite nach einer bestimmten Zeit fange ich wieder an zu lese.

    Hier ist mein Link zur mein
    Beitrag

    LG Barbara
    My Book&Serie&Movie Blog

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    1. Liebe Barbara,

      ja stimmt, manchmal ist auch der richtige Zeitpunkt für ein Buch wichtig.

      Liebe Grüße

      Anja

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  7. Ein interessanter Gedanke, den Autoren für seine Mühe zu belohnen, indem man wenigstens ernsthaft versucht, in das Buch zu kommen. allerdings denke ich manchmal Mühe allein reicht auch nicht, insofern muss man sich ja nicht schämen, wenn man ein Buch nicht abbricht. Eine innere Abneigung ist da auch interessanter und guter Grund.
    Als Thriller-Fan: Was macht denn für dich ein gutes Ende aus? (wir haben da ja so eine Blogparade: https://schraeglesen.de/blogparade-ende)

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    1. Was heißt belohnen ;-). Wenn man sich annähernd vorstellen kann wie eine Geschichte entsteht, dann finde ich schon, dass ich das wertschätzen sollte, was da entstanden ist. Natürlich kann es nicht immer meinem persönlichen Geschmack entsprechen, aber glücklicherweise habe ich ein gutes Händchen für meine Buchauswahl.

      Bei der Blogparade schaue ich gleich gern mal vorbei.

      Liebe Grüße

      Anja

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  8. Hallöchen Anja =)

    ich kann's auch nicht leiden, wenn sich Autoren mit Nebensächlichkeiten beschäftigen und einfach nicht zum Punkt kommen. In diesen Fällen habe ich durchaus schon die ein oder andere Reihe für mich abgehakt und nicht weiter gelesen. Meine Lesezeit ist mir einfach zu kostbar =).

    LG
    Anja

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    1. Da bin ich ganz bei dir. Außer, wenn der Autor die Spannung so hoch hält, dass ich während des Lesens noch nicht sicher sein kann, ob es sich wirklich um eine Nebensächlichkeit handelt. Das gefällt mir dann an Nebensächlichkeiten manchmal gut.

      Liebe Grüße

      Anja

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  9. Hallo Anja,

    ich versuche die meisten Bücher zu Ende zu lesen, aber in ganz seltenen Fällen gebe ich auch auf. Ich hatte zuletzt eine Fantasy Romance, da wurde die Handlung für mich so abstrus und zusammengewürfelt, dass ich mich wirklich durch jede Seiten quälen musste und dann aufgegeben haben.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Liebe Desiree,

      absolut nachvollziehbar. Ich liebe es komplex, aber wenn Verschachtellungen zusammengewürfelt sind, dann ist mir die Lesezeit ebenso zu kostbar, als dass ich mich durch die Seiten ziehe.

      Liebe Grüße

      Anja

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