Kriminalroman *** Gastrezension von Lienz * Sterben ist das Letzte von Franz Zeller

24 Januar 2016

Gastrezension von Lienz * Sterben ist das Letzte von Franz Zeller

Curryzutaten aus dem Mistkübel
Ein „cosy mystery“ mit versteckten spitzen Zähnen, der belohnt, dass man ihn aufmerksam liest
Inhalt:
Der junge Unternehmer Marthaler wird tot im Müll gefunden. Und das nach der Nacht des Zombie-Walk, an dem auch jemand teilnahm, dessen Emotionen hohe Wellen schlugen. Marthaler war ein Ekel. Er hat zweifelhafte Geschäfte getätigt. Er hat Verantwortung verleugnet. Das hat jemanden sehr, sehr verärgert. Und welche Beziehung hatte Marthaler zu den sog. Mülltauchern, die aus den Müllcontainern von Supermärkten die noch verwertbaren Lebensmittel stehlen? Können die drei Ermittler Franco Moll, Martina Pelegrini und Oberhollenzer den Täter schnell dingfest machen? Erst einmal taucht allerdings ein weiterer toter Körper auf …

Figuren:
Die am besten gezeichnete Figur des Oberhollenzer muss man einfach mögen. Ermittler Moll ist ein sympathischer Kerl. Hinweise auf ein Trauma aus einem früheren Fall machen neugierig, auch die Vorgänger der Reihe um das Salzburger Ermittlerteam zu lesen. Besonders gelungen sind zwei Nebenfiguren: der Teenager Niklas und das kleine Mädchen Maja. Sie bringen eine herzliche Wärme in die Handlung.
Thematik:
Die Verschwendung von Lebensmitteln ist Kernthema neben den Ermittlungen. Dieses Thema wird dem Leser über eine der Hauptfiguren nahegebracht und fügt sich nahtlos in die Krimihandlung ein. So transportiert der Krimi unauffällig eine dem Autor wichtige Thematik. Denn die Art der Darstellung regt zum Nachdenken an ohne zu belehren.
Handlung:
Die große Stärke der Handlung ist ihre auf Logik basierende Nachvollziehbarkeit. Dazu erwarten den Leser zwei Überraschungen, die dem Krimi Pep verleihen. Immer wieder blitzt Humor zwischen den Zeilen hervor mittels lustiger Dialoge zwischen den handelnden Figuren.
Sprache und Erzählperspektive:
Dies ist der eine Punkt, der mir weniger zusagt. Gewisse Sprachbilder bleiben für mich nicht nachvollziehbar. Auch die Art, statt des Namens einer Person z.B. „Mittvierziger“ zu sagen, ist nicht so mein Ding. Für mich schafft dies zu große Distanz zu den Figuren. Ebenso mag ich persönlich die zwischen auktorialer und personaler Perspektive wechselnde Erzählweise nicht sehr gern.
Klappentext:
Wie häufig der Fall ist, decken sich Klappentext und Inhalt leider nicht besonders gut. Hier ist der Verlag gefragt.
Fazit:
Ein logisch aufgebauter Krimi mit sympathischen Ermittlern, einem Schuss Humor und Wärme zu einer aktuellen Thematik. Leseempfehlung!
Bewertung:
4 Sterne
Autor: Franz Zeller

Titel: Sterben ist das Letzte
Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.11.2015
Aktuelle Ausgabe : 02.11.2015
Verlag : Knaur Taschenbuch
ISBN: 9783426517727
Flexibler Einband 304 Seiten
Sprache: Deutsch

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