Spricht jemand von Polizei, weiß sie dass sie schreien und
davon laufen muss.
Yiza hat Hunger.
Und, sie hat Angst. Und, sie friert
bitterlich.
Facebook?
Ist längst tot, da sind ja die Eltern, und die stören nur. Bikini Bridge? Cool,
aber gefährlich. Das schlimmste Selfie? Ist das „Aftersex-Selfie“. Melanie Mühl
wollte wissen, wie Jugendliche ticken. Sie hat mit ihnen gesprochen, gemailt
und über WhatsApp kommuniziert. Und die Jugendlichen haben aus ihrem Leben
berichtet. Offen, überraschend, berührend. Wie sie sich gegen Mobbing wehren.
Was ihnen Liebe, Sex und Freundschaft wirklich bedeuten. Wovon sie träumen. Es
sind ihre Geschichten, die hier erzählt werden.
Das Mädchen mit dem Fingerhut hat keine Mutter, keinen Namen. Irgendwann von einem Erwachsenen gefragt, wie es denn hieße, nennt es sich Yiza. Das könnte usbekisch sein – so der Autor in einem Interview mit der Zeitung „Neue Presse“. Eine englischsprachige Erklärung des Wortes habe ich finden können, und sie beschreibt meines Erachtens sehr schön, worum es Michael Köhlmeier in diesem sehr besonderen Roman geht. Yiza bedeutet danach einen Daseinszustand (http://yiza.meaningdef.com/).
Total guter Dinge und völlig motiviert begann ich mit dem Lesen des 652-Seiten-starken Buches. Der Klappentext klang so wunderbar vielversprechend. Endlich mal eine Geschichte mit echtem Potenzial, endlich ein „anderes“ Weltuntergangsszenario“. Keine grenzenlosen Verwüstungen durch Atombomben und nukleare Raketen, keine verstrahlten Äcker, keine Toten soweit das Auge reicht.