Thriller - Mona-Lisa-Virus von Tibor Rode

13 Mai 2016

Das Mona-Lisa-Virus – Ein komplexer Komplott der nicht überzeugen konnte.


Amerika:
Ein Bus voll besetzt mit Schönheitsköniginnen wird entführt.

Leipzig:
Unbekannte sprengen den Turm des Alten Rathauses in die Luft.

Mailand:
Ein wertvolles Da-Vinci-Wandgemälde wird zerstört.

Auf der ganzen Welt:
Verändert ein Computer-Virus systematisch Bild-Dateien und ein rätselhaftes Bienensterben setzt ein.

Helen Morgan, sympathische Bostoner Wissenschaftlerin und Neuroästhetikerin erfährt von dem Verschwinden ihrer labilen Tochter aus einer psychiatrischen Klinik. Was zunächst nach einer pubertären Laune des Teenagers aussieht, entpuppt sich bald zu einem kleinen Teil eines großen Komplotts, denn Madeleine wurde entführt.
Tibor Rode, 1974 in Hamburg geboren, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Journalist. Heute ist er als Anwalt für Wirtschafts- und IT-Recht tätig und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Tibor Rode lebt mit Familie und Hund in Schleswig-Holstein.
Das Mona-Lisa-Virus ist sein dritter Roman.
Diese Geschichte hat mich leider nicht erreicht, obwohl der Autor in einem geschmeidigen Schreibstil schreibt, das Handwerkszeug für nachvollziehbare und komplexe Verstrickungen beherrscht und interessante Figuren erschaffen hat. Ob mir das "too much" an Fiktion, die kaum vorhandene Authentizität oder die thematische Handlung über Kunstgeschichte meinen Lesespaß verdarb, kann ich nicht genau fest machen. Für mich stimmte das Gesamtpaket nicht.

Mehrfach dachte ich darüber nach das Buch abzubrechen, aber meine Neugierde und die Hoffnung auf eine doch noch packende Story und auch mein Respekt gegenüber dem schreibenden Autoren, ließen mich weiterlesen.

Dieser Roman ist mit einer komplexen Handlung ausgestattet. So etwas liebe ich normalerweise, aber hier hatte ich es trotzdem immer wieder mit Längen und nichtssagenden Kapiteln zu tun, die mich schon fast verärgerten. Besonders unangenehm war mir eine Perspektive, die in Florenz im Jahr um 1500 spielte. Ab Mitte des Buches etwa, habe ich diesen kaum interessanten Erzählstrang glatt weg überblättert. Zwar stellte dieser einige gut recherchierte geschichtliche Hintergründe zu dem Gemälde der Mona-Lisa dar, doch befüllt mit fiktiven Ergänzungen, machte mich diese Perspektive leicht aggressiv.
Ungewöhnlich kurz fällt diese Rezension nun aus, aber mehr hatte dieses Buch für mich auch nicht zu bieten. Ich habe durchgehalten, bis zur letzten Seite, aber außer einem angenehmen Schreibstil, bleibt keine bleibende Erinnerung da. Wer einen Draht zur Kunstgeschichte und zu Computer-Viren in Kombination mit Fiktion besitzt, könnte eventuell Lesespaß empfinden, wenn er das vermeintliche, tiefgründige Motiv zu diesem Komplott akzeptiert.


Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.03.2016
Aktuelle Ausgabe : 24.03.2016
Verlag : Bastei Lübbe
Flexibler Einband 460 Seiten
Sprache: Deutsch

Kommentare:

  1. Danke für die Rezi. Normalerweise bin ich bei Krimis mit Kunstbezug ja schnell dabei, aber mir war schon die Kurzzusammenfassung ganz am Anfang zu viel ...

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    1. Liebe Denise,

      ich freue mich, dass ich dich in deiner Entscheidung unterstützen und dir dein Gefühl für den Roman bestätigen konnte. So macht das rezensieren richtig viel Spaß.

      Herzallerliebste Grüße,

      Nisnis

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  2. Hallo Nisnis,

    ein Buch, um das ich auch geschlichen bin und jetzt doch eher froh, es nicht gekauft zu haben. ;)

    Gute Rezi! Danke!

    Liebe Grüße

    Silke (http://worldofbooksanddreams.blogspot.de)

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    1. Hallo Silke,

      dieses Buch scheidet die Lese-Gemüter. Ich freue mich, wenn die Rezension eine Entscheidungshilfe darstellen konnte.

      Liebe Grüße

      Nisnis

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